Was ist Meditation?

 

 

 

 

 
Was ist eigentlich Meditation? Worüber meditiert man und wie meditiert man? Was gehört zu einer qualifizierten Meditation? Die folgende kurze Einleitung hilft Ihnen bei der Klärung dieser Fragen:

 

Meditieren lernen

01. Meditieren lernen
02. Worüber wir meditieren
03. Die Meditations-Haltung
04. Vorbereitung auf die Meditation
05. Die Meditationssitzung
06. Ein Plan für die Meditation
07. Meditations-Retreat

 

 

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01. Meditieren lernen

Sinn der Meditation ist es, unseren Geist ruhig und friedvoll werden zu lassen.

Wenn unser Geist friedvoll ist, werden wir frei von Sorgen und geistigem Unwohlsein sein und werden so wahres Glück erfahren. Ist unser Geist jedoch nicht friedvoll, wird es sehr schwierig, glücklich zu sein. Selbst wenn wir unter den besten Bedingungen leben.

Wenn wir uns in Meditation schulen, wird unser Geist nach und nach friedvoller werden. Und wir werden immer reinere Formen des Glücks erfahren. Schließlich werden wir fähig sein, selbst unter den widrigsten Umständen immer glücklich zu bleiben.

 

Meditieren lernen

Normalerweise fällt es uns schwer, unseren Geist zu kontrollieren. Es scheint, als wäre unser Geist – wie ein Luftballon im Wind – hin und her geblasen von den äußeren Bedingungen. Wenn die Dinge gut laufen, ist unser Geist glücklich. Aber wenn sie schlecht laufen, wird er sofort unglücklich. Zum Beispiel: Wenn wir etwas erhalten, was wir uns wünschen oder einen neuen Partner bekommen, dann sind wir erfreut und klammern uns daran fest.

Da wir jedoch nicht alles haben können, was wir uns wünschen, und wir von unseren gegenwärtigen Freunden und dem Besitz, den wir zur Zeit haben, unvermeidlich getrennt werden, verursacht uns diese geistige Klebrigkeit oder Anhaftung nur Schmerz. Wenn wir andererseits nicht bekommen, was wir wollen, oder wenn wir etwas verlieren, das wir gerne mögen, werden wir niedergeschlagen oder gereizt.

Wenn wir zum Beispiel gezwungen sind, mit einem Kollegen zu arbeiten, den wir nicht mögen, dann werden wir vermutlich gereizt sein oder uns gekränkt fühlen. Wir werden deswegen unfähig sein, effizient mit ihm oder ihr zu arbeiten und unsere Zeit bei der Arbeit wird stressvoll und undankbar sein.

Solche Stimmungsschwankungen entstehen, weil wir zu eng in die äußere Situation involviert sind. Wir sind wie ein Kind, das eine Sandburg baut und erst freudig und aufgeregt ist, wenn die Burg gebaut ist, und dann ärgerlich wird, wenn sie durch eine Welle zerstört wird.

Indem wir uns in Meditation schulen, schaffen wir einen inneren Raum und eine Klarheit, die es uns unabhängig von den äußeren Umständen erlauben, unseren Geist zu kontrollieren. Nach und nach entwickeln wir ein geistiges Gleichgewicht, einen ausgewogenen Geist, der die ganze Zeit glücklich ist – anstelle eines Geistes, der zwischen den Extremen der Aufgeregtheit und Niedergeschlagenheit hin- und herschwankt.

Wenn wir uns systematisch in Meditation schulen, werden wir schließlich fähig sein, die Verblendungen aus unserem Geist zu entfernen, welche die Ursache all unsere Probleme und unseres Leidens sind. Auf diese Weise werden wir einen anhaltenden inneren Frieden erfahren, bekannt als “Befreiung” oder “Nirvana”. Dann werden wir Tag und Nacht, Leben für Leben nur Frieden und Glück erfahren.

Sie können mehr zu diesem Thema lesen in: Das neue Meditationshandbuch, Wie wir unser Leben verwandeln und Acht Schritte zum Glück.

 

 

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02. Worüber wir meditieren

Allgemein gesagt, kann jedes tugendhafte Objekt als Meditationsobjekt dienen.

Wenn wir feststellen, dass unser Geist friedvoller wird, wenn wir ihn mit einem bestimmten Objekt vermischen, dann zeigt uns dies, dass dieses Objekt für uns tugendhaft ist. Wenn das Gegenteil passiert, so ist es für uns ein nicht-tugendhaftes Objekt. Viele Objekt sind neutral und haben keine spezielle positive oder negative Auswirkung auf unseren Geist.

Es gibt eine Vielzahl tugendhafter Meditationsobjekte, aber die bedeutungsvollsten sind die 21 Objekte der Lamrim-Meditation:

01. Unser kostbares menschliches Leben
02. Tod und Vergänglichkeit
03. Die Gefahr niederer Wiedergeburt
04. Die Praxis der Zufluchtnahme
05. Handlungen und ihre Auswirkungen
06. Entsagung gegenüber Samsara entwickeln
07. Gleichmut entwickeln
08. Alle Lebewesen als unsere Mütter erkennen
09. Sich an die Güte aller Lebewesen erinnern
10. Gleichstellen vom Selbst mit anderen
11. Die Nachteile der Selbstwertschätzung
12. Die Vorteile, andere zu schätzen
13. Austauschen vom Selbst mit anderen
14. Großes Mitgefühl
15. Nehmen
16. Wünschende Liebe
17. Geben
18. Bodhichitta
19. Ruhiges Verweilen
20. Höheres Sehen
21. Sich auf einen Spirituellen Meister verlassen

Es ist wichtig, dass wir über die Bedeutung unseres kostbaren menschlichen Lebens nachdenken, damit wir erkennen, dass wir jetzt eine besondere Gelegenheit haben, um Dharma zu praktizieren. Wenn wir das große Potential dieses Lebens wertschätzen, dann werden wir es nicht verschwenden, indem wir bedeutungslosen Aktivitäten nachgehen.

Wir müssen über Tod und Vergänglichkeit meditieren, um unser Zögern und unseren Hang zum Aufschieben zu überwinden und um sicherzustellen, dass, indem wir unsere ständige Sorge um weltliche Belangen überwinden, unsere Dharma Praxis rein ist. Wenn wir Dharma rein praktizieren, ist es nicht sehr schwierig, Realisationen zu erlangen.

Indem wir über die Gefahr niederer Wiedergeburt meditieren, aufrichtig Zuflucht nehmen, Nichttugend vermeiden und Tugend praktizieren, schützen wir uns selbst vor niederer Wiedergeburt und stellen sicher, dass wir Leben um Leben eine kostbare menschliche Wiedergeburt erlangen werden, ausgestattet mit allen Bedingungen, welche die Dharma-Praxis begünstigen.

Es ist wichtig, über die Leiden von Menschen und Göttern zu meditieren, so dass wir den spontanen Wunsch entwickeln, dauerhafte Befreiung oder Nirvana zu erlangen. Dieser Wunsch, der ‚Entsagung’ genannt wird, ermutigt uns, die Praxis der spirituellen Pfade zu vollenden, welche die eigentlichen Methoden sind, um vollständige Befreiung zu erlangen.

Es ist wichtig, dass wir über Liebe, Mitgefühl und Bodhichitta meditieren, damit wir unsere Selbstwertschätzung überwinden und ein gutes Herz gegenüber allen Lebewesen entwickeln und bewahren.

Mit diesem guten Herzen können wir dann über Ruhiges Verweilen und Höheres Sehen meditieren, so dass wir unsere Unwissenheit vollständig überwinden und schließlich ein Buddha werden können, indem wir die beiden Arten von Behinderungen aufgeben.

Indem wir uns auf einen Spirituellen Meister verlassen, öffnen wir uns die Tür, um Dharma zu praktizieren. Durch die Segnungen unseres Spirituellen Meisters entwickeln wir Vertrauen in unsere Praxis und erlangen leicht die oben erwähnten Realisationen. Aus diesen Gründen müssen wir darüber meditieren, uns auf einen Spirituellen Meister zu verlassen.

Diese Meditationen, Anweisungen wie man praktiziert und wichtiges Hintergrundmaterial sind im Das neue Meditationshandbuch zu finden.

 

 

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03. Die Meditations-Haltung

Wenn wir meditieren, benötigen wir einen bequemen Sitz und eine gute Haltung.

Das wichtigste an unserer Haltung ist ein gerader Rücken. Wenn wir auf einem Meditationskissen sitzen, ist es hilfreich darauf zu achten, dass der untere Teil des Kissens geringfügig höher als der vordere Teil ist. So dass unser Becken leicht nach vorn geneigt ist.

Am Anfang ist es nicht wichtig, die Beine zu kreuzen. Aber es ist eine gute Idee, mit der Sitzhaltung von Buddha Vairochana vertraut zu werden. Wenn wir diese Sitzhaltung nicht beibehalten können, sollten wir in einer Haltung sitzen, welche dieser am nächsten kommt.

Die sieben Merkmale von Vairochanas Haltung sind:

01.  Die Beine sind in der Vajra-Haltung gekreuzt. Dies hilft Gedanken und Gefühle begehrender Anhaftung zu reduzieren.

02.  Die rechte Hand liegt in der linken Hand. Die Handflächen sind nach oben gerichtet und die Spitzen der Daumen sind leicht erhoben und berühren sich sanft. Die Hände werden vier Finger breit unterhalb des Nabels gehalten. Dies unterstützt unsere Konzentration. Die rechte Hand symbolisiert Methode und die linke Hand symbolisiert Weisheit. Beide zusammen symbolisieren die Vereinigung von Methode und Weisheit. Die beiden Daumen auf der Höhe unseres Nabels symbolisieren das Brennen des inneren Feuers.

03.  Der Rücken ist gerade aber nicht angespannt. Das hilft uns, einen klaren Geist zu entwickeln und aufrecht zu halten. Und es erlaubt den subtilen Energiewinden, frei zu fließen.

04.  Die Lippen und die Zähne sind entspannt, die Zunge berührt die Rückseite der oberen Zahnreihe. Dies verhindert sowohl übermäßigen Speichelfluss als auch das Austrocknen unseres Mundes.

05. Der Kopf ist ein wenig nach vorn geneigt. Das Kinn leicht eingezogen, so dass die Augen nach unten schauen, was uns hilft, Ablenkungen zu vermeiden.

06. Die Augen sind weder weit geöffnet noch vollständig geschlossen – sondern halb geöffnet. Sie blicken entlang der Nase nach unten. Wenn die Augen weit geöffnet sind, ist es wahrscheinlich, dass wir geistige Erregung entwickeln. Und wenn sie geschlossen sind, ist es wahrscheinlich, dass wir geistiges Sinken entwickeln.

07. Die Schultern sind gerade und die Ellenbogen haben ein wenig Abstand zum Körper abgespreizt, um Luft zirkulieren zu lassen.

 

 

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04. Vorbereitung auf die Meditation

Im Buch Das neue Meditationshandbuch erklärt Geshe Kelsang Gyatso, dass wir alle das Potential haben, Realisationen in der Meditation zu erlangen.

Dieses Potential gleicht dem Samen auf dem Feld unseres Geistes, und unsere Meditationspraxis gleicht der Aufzucht dieser Samen. Unsere Meditationspraxis wird aber nur erfolgreich sein, wenn wir uns gut darauf vorbereiten.

Wollen wir Pflanzen ziehen, müssen wir sorgfältige Vorbereitungen treffen. Als erstes entfernen wir alles, was das Wachstum der Pflanzen behindern könnte, wie zum Beispiel große Steine und Unkraut. Zweitens reichern wir den Boden mit Kompost oder Dünger an, um ihm die Kraft zu geben, das Wachstum zu unterstützen. Drittens sorgen wir für Wärme und Feuchtigkeit, damit die Samen keimen und die Pflanzen wachsen können.

Um Dharma-Realisationen ernten zu können, müssen wir auf gleiche Weise mit sorgfältigen Vorbereitungen beginnen.

Zuerst müssen wir unseren Geist reinigen, um das negative Karma zu beseitigen, das wir in der Vergangenheit angesammelt haben. Reinigen wir unser negatives Karma nicht, wird es das Wachstum unserer Dharma-Realisationen behindern. Zweitens müssen wir unserem Geist die Kraft geben, das Wachstum der Dharma-Realisationen zu unterstützen, indem wir Verdienste ansammeln. Drittens brauchen wir die Segnungen der heiligen Wesen, um das Wachstum der Dharma-Realisationen anzuregen und aufrecht zu erhalten.

Es ist außerordentlich wichtig, dies Segnungen zu empfangen. Bebauen wir zum Beispiel ein Feld, wird nichts wachsen, selbst wenn wir Unkraut jäten und den Boden gut düngen, sorgen wir nicht auch für Wärme und Feuchtigkeit. Dies ermöglicht das Keimen des Samens, unterstützt das Wachstum der Pflanzen und lässt schließlich die Frucht reifen. Genau gleich verhält es sich mit unseren Meditationen: Wenn wir nicht die Segnungen der heiligen Wesen erhalten, wird es schwierig sein, erfolgreiche Meditation zu haben, selbst wenn wir unseren Geist reinigen und Verdienste ansammeln.

Das Empfangen von Segnungen wandelt unseren Geist um, indem unser tugendhaftes Potential aktiviert, das Wachstum unserer Dharma-Realisationen unterstützt und unsere Dharma-Praxis zur Vollendung gebracht wird.

Daraus können wir ersehen, dass es drei essentielle Vorbereitungen für die erfolgreiche Meditation gibt: Reinigen von Negativität, Ansammeln von Verdiensten und Empfangen von Segnungen.

Wenn Sie wollen, können Sie diese vorbereitenden Übungen praktizieren, indem Sie die Sadhana Gebete für die Meditation rezitieren.

 

 

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05. Die Meditationssitzung

Eine qualifizierte Meditationssitzung besteht aus fünf Stufen:

01. Vorbereitung
02. Kontemplation
03. Meditation
04. Widmung
05. Anschließende Praxis

 

01. Vorbereitung

Es ist üblich, mit den vorbereitenden Übungen zu beginnen. Sie bereiten unseren Geist für eine erfolgreiche Meditation vor, indem sie Hindernisse, die durch unsere früheren negativen Handlungen verursacht wurden, reinigen, unseren Geist durch Verdienste kraftvoll machen und ihn durch die Segnungen der Buddhas und Bodhisattvas inspirieren.

Wenn Sie möchten, können Sie diese vorbereitenden Übungen ausführen, indem Sie die Sadhana Gebete für die Meditation rezitieren und dabei über ihre Bedeutung nachdenken. Eine Audio-Version dieses Gebetes finden Sie hier.

Oder Sie können einfach ein besonderes von Geshe Kelsang Gyatso verfasstes Gebet an Buddha, das Befreiende Gebet rezitieren.

 

02. Kontemplation

Sinn der Kontemplation ist, den Geist zum Objekt der verweilenden Meditation zu führen. Wir tun dies, indem wir verschiedene Argumentationen benutzen, über Analogien und über die Schriften nachdenken.

Es ist hilfreich, die im Das neue Meditationshandbuch dargelegten Kontemplationen auswendig zu lernen, so dass wir meditieren können, ohne im Text nachschauen zu müssen.

Die Kontemplationen, die in diesem Buch aufgeführt werden, sind nur als Richtschnur zu verstehen. Wir sollten sie mit Argumentationen und Beispielen, die uns hilfreich erscheinen, bereichern.

 

03. Meditation

Wenn uns das Objekt aufgrund unserer Kontemplation klar erscheint, sollten wir mit der analytischen Meditation aufhören und uns einsgerichtet auf das Objekt konzentrieren. Diese einsgerichtete Konzentration ist der dritte Teil, die eigentliche Meditation.

Wenn wir mit dem Meditieren beginnen, ist unsere Konzentration schwach; wir werden leicht abgelenkt und verlieren oft das Meditationsobjekt. Daher werden wir anfangs vermutlich einige Male in jeder Sitzung zwischen analytischer und verweilender Meditation hin- und herwechseln müssen.

Wenn wir beispielsweise über Mitgefühl meditieren, beginnen wir damit, dass wir über die vielfältigen Leiden, die von Lebewesen erfahren werden, nachdenken, bis ein starkes Gefühl von Mitgefühl in unserem Herzen entsteht. Wenn dieses Gefühle entsteht, meditieren wir einsgerichtet darüber.

Wenn das Gefühl nachlässt oder unser Geist zu einem anderen Objekt wandert, sollten wir zur analytischen Meditation zurückkehren, um das Gefühl wieder in unserem Geist entstehen zu lassen. Wenn das Gefühl in unserem Geist wiederhergestellt ist, beenden wir wiederum die analytische Meditation und halten das Gefühl mit einsgerichteter Konzentration.

Sowohl Kontemplation wie Meditation dienen dazu, unseren Geist mit tugendhaften Objekten vertraut zu machen. Je vertrauter wir mit solchen Objekten sind, desto friedvoller wird unser Geist.

Indem wir uns in Meditation schulen und in Einklang mit den Einsichten und Absichten, die wir während der Meditation entwickelt haben, leben, werden wir irgendwann fähig sein, dauerhaft einen ruhigen Geist zu bewahren – unser ganzes Leben lang.

Ausführlichere Anleitungen zur Kontemplation und Meditation im allgemeinen finden Sie in Das Neue Meditationshandbuch, in den Büchern Einführung in den Buddhismus, Wie wir unser Leben verwandeln, Freudvoller Weg, und Allumfassendes Mitgefühl.

 

04. Widmung

Die Widmung lenkt die in der Meditation erzeugten Verdienste in Richtung der Erlangung der Buddhaschaft. Wenn Verdienste nicht gewidmet werden, können sie leicht durch Wut zerstört werden.

Indem wir am Ende jeder Meditationssitzung aufrichtig Widmungsgebete rezitieren, stellen wir sicher, dass die Verdienste, die wir durch die Meditation erschaffen haben, nicht verloren gehen, sondern als eine Ursache zur Erleuchtung dienen.

 

05. Anschließende Praxis

Diese besteht in einem Ratschlag, wie wir die Meditation in unser tägliches Leben integrieren können. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass Dharma-Praxis nicht auf unsere Aktivitäten während der Meditationssitzungen beschränkt ist, sondern unser gesamtes Leben durchdringen sollte.

Wir sollten nicht erlauben, dass sich eine Kluft zwischen unserer Meditation und unserem täglichen Leben entwickelt, denn der Erfolg unserer Meditation hängt von der Reinheit unseres Verhaltens außerhalb der Meditationssitzung ab.

Wir sollten zu jeder Zeit unseren Geist beobachten, indem wir Achtsamkeit, Wachsamkeit und Gewissenhaftigkeit anwenden; und wir sollten versuchen, jegliche schlechten Gewohnheiten, die wir haben mögen, aufzugeben.

Eine tiefe Erfahrung vom Dharma ist das Ergebnis eines praktischen Trainings, das über eine lange Zeit ausgeführt wurde – sowohl während der Meditation wie in den Meditationspausen. Daher sollten wir stetig und sanft praktizieren, ohne schnelle Ergebnisse zu erwarten.

Um es noch einmal zusammen zu fassen: unser Geist ist wie ein Feld. Die vorbereitenden Übungen auszuführen ist wie das Feld vorzubereiten, indem wir die durch unsere vergangenen negativen Handlungen geschaffenen Hindernisse aus dem Weg räumen, es mit Verdiensten düngen und mit den Segnungen der Heiligen Wesen wässern. Kontemplation und Meditation sind wie das Säen guter Samen und Widmung und anschließende Praxis sind die Methoden, um die Ernte der Dharma-Realisationen zum Reifen zu bringen.

 

 

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06. Ein Plan für die Meditation

Wenn wir aufrichtig daran interessiert sind, Erfahrungen des Lamrim, der Stufen des Pfades zur Erleuchtung, zu gewinnen, sollten wir jeden Tag meditieren.

Am ersten Tag können wir über unser kostbares menschliches Leben meditieren, am zweiten Tag über Tod und Unbeständigkeit usw, bis wir des kompletten Zyklus in einundzwanzig Tagen vollendet haben.

Zwischen den Sitzungen sollten wir achtsam versuchen, die Unterweisungen über die anschließende Praxis nicht zu vergessen.

Wenn wir die Möglichkeit dazu haben, sollten wir gelegentlich ein Lamrim-Retreat machen.

Wenn wir auf diese Weise praktizieren, werden wir unser gesamtes Leben dazu verwenden, unsere Erfahrung der Stufen des Pfades zu vertiefen.

 

 

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07. Meditations-Retreat

Manchmal ist es hilfreich ein Meditationsretreat zu machen. Dies kann ein Tag sein oder ein Wochenende oder wenn man Zeit hat auch länger.

Während eines Retreats hören wir mit allen Arten von geschäftlichen und unwesentlichen Aktivitäten auf, um den Schwerpunkt auf eine bestimmte spirituelle Praxis zu legen.

Es gibt drei Arten von Retreats: körperliche, verbale und geistige.

Wir führen ein körperliches Retreat aus, wenn wir uns mit einer spirituellen Motivation von anderen Menschen, Aktivitäten und Lärm isolieren und keine unwesentlichen und bedeutungslosen Handlungen mehr ausführen.

Wir führen ein verbales Retreat aus, wenn wir uns mit einer spirituellen Motivation von bedeutungslosem Geschwätz zurückhalten und Zeiten der Stille einhalten.

Wir führen ein geistiges Retreat aus, wenn wir Ablenkungen und starke Verblendungen wie Anhaftung, Wut und Eifersucht am Entstehen hindern, indem wir Achtsamkeit und Gewissenhaftigkeit beibehalten.

Wenn wir im körperlichen und verbalen Retreat sind, aber es unterlassen, das geistige Retreat einzuhalten, wird unser Retreat wenig Kraft haben. Solch ein Retreat kann sehr entspannend sein, aber wenn wir nicht verhindern, daß starke Verblendungen entstehen, wird unser Geist nicht einmal im Retreat friedlich sein. Das Einhalten des körperlichen und verbalen Retreats wird uns jedoch helfen, das geistige Retreat auszuführen.

Der Vorschlag für einen Retreat-Zeitplan kann im Buch Das neue Meditationshandbuch nachgeschaut werden.

 

 

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Siehe auch:
Meditationskurs am Montag